Geschichte der Botanik im oberen Pesio und Tanaro Tal.

Der Blumenbestand der ligurischen Alpen hat ab Ende des XVIII Jahrhunderts in der Zone viele Botaniker und Wissenschaftler aus ganz Europa angelockt. Carlo Allioni, einen Arzt aus Turin der als erster den Blumenbestand aus Piemont katalogisierte, blieb lange auf den seltenen Arten des Pesio Tals stehen. Der Karthäuser Paolo Cumino, Botanikexperte und Mykologe trug dazu bei das Interesse von den wichtigsten Wissenschaftlern aus jener Zeit auf den ligurischen Alpen anzuziehen. Der Botaniker aus Genf  Emile Burnat stellte einige Jahre später eine Aufstellung der Flora der ligurischen und Meeresalpen ("Flore des Alpes Maritimes") auf, ein sehr ausführliches Werk welches zum ersten Mal vom botanischen geografischen Gesichtspunkt her, die ligurischen und Meeresalpen einordnet. Burnat und seine Mitarbeiter führten zahlreichen Forschungen des Gebiets und minuziösen Kräutersammlungen aus, um dieses Studium zu verwirklichen. Eine andere Person, der zusammen mit Burnat an den Blumenforschungen dieses Alpensektors teilnahm, war der Engländer Clarence Bicknell. Bicknell war ein bedeutender Reisender und Freidenker und war auch anglikanischer Pfarrer in der ersten Hälfte seines Lebens, bis der Unterschied zwischen seinem Lebensstil und die durch die englische Kirche aufgestellten Regeln zu groß wurde. Er stabilisierte sich ab dem Jahre 1878 in Bordighera und besuchte vielmals das Pesio Tal und beschrieb ausführlich, auch mit Zeichnungen, die seltenen Arten und die reiche Vegetation der ligurischen Alpen. Bicknell, Idealist und Philantrop sowie auch Wissenschaftler, fügte 73 neue Arten an der gekannten Flora in den ligurischen Alpen  hinzu und trug dazu bei genauer die Ausdehnungszonen der Arten zu bestimmen. Heutzutage ist ein gleichnamiger botanischer Alpenstandort dem Werk von Bicknell und Burnat gewidmet..