Die Geschichte von Chiusa

Die archäologischen entdeckten Funde, welche das Ende der Bronzezeit zugehören,  zeugen von einer sehr alten Vergangenheit von Ansiedlungen in dieser Zone, insbesondere auf dem Cavanero Berg, der den gegenwärtigen Wohnort beherrscht.  

Um das II Jahrhundert vor Christus, übersiedelte die Bevölkerung auf dem linken Ufer des Pesio, in einer strategischen Zone für den Handel, an der Kreuzung der römischen Wege Emilia und Giulia. Die  Legionäre legten in dieser Zone eine dauerhafte Garnison, genannt "Chiusa" fest, um den Durchgang von Waren und Personen zu kontrollieren und woher wahrscheinlich der heutige Namen von "Chiusa" di Pesio stammt.

Mit dem Fall des Römischen Reiches folgten Invasionen, Plünderungen und Vernichtungen auf, erst seitens der Franken, dann seitens der Sarazenen, eine Bevölkerung welche während längerer Zeit die Volksfantasie beeinflusste und noch immer die Hauptfiguren von zahlreichen Legenden sind.

Im Jahre 1000 ging das Gebiet in Händen des Bischofs von Asti und dann zu den Herren von Morozzo über. Es wurde Gemeinde während den ersten Jahren des XIII Jahrhunderts, und Chiusa schwor dem Markgraf von Ceva, angiovinischen Vasall, Treue.

Mit dem Aufstieg der Savoyen wurde die Gemeinde in den Eigentümern der Solaro di Moretta eingeschlossen, um dann unter der direkten Kontrolle von den Savoyern über zu wechseln.

Schwere Vernichtungen und Plünderungen bestürmten Chiusa di Pesio mit der Ankunft der französischen und spanischen Truppen in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts und einige Jahren später mit der Ankunft der napoleonischen Truppen. Es war aber gerade in diesen Jahren, dass die Gemeinde eine wirtschaftliche Revolution erlebte. Die Anwesenheit von Wäldern, die Energie des Wildbaches Pesio und die Arbeitsamkeit der Einwohner bildeten die Kondition für die Gründung von vielen Industrien wie Spinnereien, Kalkfabriken, Fabriken für die Extraktion von Tannin, Fabriken für die Keramikbearbeitung und das berühmte Glas und Kristall  Fabrikmonopol. Diese industrielle Entwicklung war der Grund einer großen demografischen Zunahme, welche 8000 Einwohner am Ende des XIX Jahrhunderts zählte. Parallel wurden dann landwirtschaftliche und handwerkliche Sektoren gebildet.

Das zwanzigste Jahrhundert dagegen war ein Krisenjahrhundert für Chiusa di Pesio, welche wegen den zwei Weltkriegen und der daraus folgenden verschlimmerten wirtschaftlichen Konditionen beträchtlich die Bevölkerung verringern sah, Phänomen was ein großer Teil der Bevölkerung dazu veranlasste Chiusa zu verlassen.  

Trotzdem waren aber einige wichtige Episoden verbunden mit dem Partisanenwiderstand von dem Pesio Tal der Anlass wodurch die Ortschaft eine nationale Bedeutung erhielt. Heutzutage wird dieses pure Andenken in dem örtlichen Widerstandsmuseum erinnert.